Österreichische PC-Marken: Was aus Gericom, chiliGREEN und dimotion wurde

In den 1990ern und 2000ern war die Blütezeit der PCs und Notebooks. Nur wenige große Marken entstanden in Österreich. Doch sie existierten. Die bekanntesten waren Gericom, chiliGREEN und dimotion (DiTech). Doch was wurde aus den drei großen heimischen Namen? Ein kleiner Blick zurück.

Gericom und seine unerwartete Geschichte

Gericom verkaufte auch Festplatten. Hier ein Modell mit 20 GB Speicher. (Bild: Mabit1, Gericom Festplatte 2, CC BY-SA 4.0)

Der größte Exportschlager im österreichischen PC-Geschäft war wohl Gericom. Das Unternehmen produzierte unter anderem Notebooks und Monitore und war auch in anderen Ländern erfolgreich. Es wurde bereits im Jahr 1990 gegründet und operierte von Linz aus. Doch wirtschaftlich wurde es immer schwieriger. Ende 2006 wurden Umsätze für das darauf folgende Jahr prognostiziert, die weit von der Realität entfernt waren. Die Folge war ein Kursverlust der Aktie um 96%. Sie hatte kaum noch einen Wert und das Unternehmen wurde schließlich 2008 von taiwanischen Unternehmen Quanmax übernommen.

Jetzt könnte die Geschichte schon zu Ende sein, wenn Quanmax im Standort Linz nicht eine Zukunft gesehen hätte. Es wurde nämlich eine eigene Österreich-AG gegründet, welche sogar an der Frankfurter Börse notiert war. Die neue Quanmax AG konzentrierte sich nicht mehr auf den Handel mit Elektronik, sondern wandelte sich zu einem Technologiekonzern, in dem eigene Produkte entwickelt wurden. Hauptsächlich waren Unternehmen die Zielgruppe.

In den frühen 2010er Jahren schrumpften die Anteile der Muttergesellschaft an der österreichischen Quanmax AG immer weiter. Als eine Fusion mit dem Unternehmen S&T durchgeführt wurde, hat man bei dieser Gelegenheit daher auch gleich den Namen geändert. Das Linzer Unternehmen heißt seit dem S&T.

Gericom hat also eine sehr interessante Geschichte und existiert in gewisser Weise bis heute in Form von S&T weiter. Und das sogar extrem erfolgreich. Insgesamt arbeiten (nach diversen Übernahmen anderer Firmen) ca. 6000 Mitarbeiter für den Konzern. Und noch immer ist Linz der Sitz der Zentrale.

chiliGREEN – einst weit verbreitet, heute kaum noch bekannt

Kennen Sie noch chiliGREEN? Unter dieser Marke wurden in Österreich u.a. Notebooks und Festplatten vertrieben. Die Produkte waren sowohl bei Diskontern (Hofer) zu finden, als auch im sortiertem Fachhandel und bei großen Technik-Ketten. Doch wer steckte eigentlich dahinter und was wurde daraus?

Das Unternehmen chiliGREEN entstand 2003 aus einem Management Buyout heraus. War man davor nur eine Tochtergesellschaft eines strauchelnden deutschen Unternehmens, so war man jetzt eigenständig. Im Jahr 2004 wurden laut eines Standard-Artikels rund 75.500 Computer verkauft. Firmensitz war Linz.

Möglicherweise besaßen Sie einen chiliGREEN-PC ohne es zu wissen. Das Unternehmen produzierte nämlich auch Eigenmarken für große Einzelhandelsketten, wie z.B. Saturn.

2008 wurde chiliGREEN schließlich von der bereits vorhin behandelten Quanmax AG geschluckt. Trotzdem blieb das Unternehmen als eigenständige Tochter vorerst erhalten. Mittlerweile ist chiliGREEN vom österreichischem PC-Markt verschwunden.

DiTechs Ende war auch dimotions Ende

DiTech war eine österreichweite Fachhandelskette für Computerhardware. In den Filialen erhielt man kompetente Beratung und PCs der Eigenmarke dimotion. 2005 waren dimotion-PCs auf Platz 2 der am meisten verkauften Computer in Österreich. Der Gründer, Damian Izdebski, war zu dieser Zeit ein gefeierter Jungunternehmer. Während andere Fachhandelsketten aufgrund geringer Gewinnmargen mit Problemen kämpfte, expandierte seine Kette immer weiter. Doch genau diese starke Expansion war es, die 2014 schließlich zum Kollaps führte und auch das Tochterunternehmen dimotion mit in den Abgrund riss. 15 Jahre nach der Gründung von DiTech war also Schluss.

Die Markenrechte für DiTech wurden im Zuge der Insolvenz an den Mitbewerber e-tec verkauft. E-tec betreibt unter dem Namen DiTech noch drei Filialen sowie einen Online Shop. Die Marke dimotion ist aber nicht mehr auferstanden und genau wie Gericom und chiliGREEN aus den Regalen der Republik verschwunden.

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