Droht 2024 das große Flughafensterben?

Österreich hat fünf Städte über 100.000 Einwohner. Und jede dieser Großstädte hat einen eigenen Flughafen. Für ein kleines Land wie Österreich ist das ein gewisser Luxus, der politisch gewollt ist. Denn längst nicht alle Airports können sich selbst erhalten, sondern müssen durch Subventionen aus Steuergeldern am Leben erhalten werden. Die EU hat bereits 2013 beschlossen, dem einen Riegel vorzuschieben. 2024 tritt der Beschluss in Kraft.

Für Regionalflughäfen brechen harte Zeiten an

Nach 2023 dürfen Regionalflughäfen nur noch in absoluten Ausnahmefällen subventioniert werden. Als erstes wird es vermutlich Klagenfurt treffen. Schon öfter hat man in Kärnten um den weiteren Betrieb gebangt. Jetzt scheint das Ende tatsächlich immer näher zu kommen. Der Flughafen verzeichnete 2019 ca. 209.000 Passagiere. Eine Zahl mit der man einen Weiterbetrieb immer schwerer rechtfertigen kann. Von hochtrabenen Plänen eines Investors, die im August 2019 vorgestellt wurden, hat man nichts mehr gehört. Hinzu kommt, dass es, sobald der Koralm-Bahntunnel fertiggestellt ist, keine Flüge nach Wien mehr geben wird. Die Regierung hat mit der AUA vereinbart, dass alle Verbindungen eingestellt werden, die in unter 3 Stunden auch mit der Bahn erreichbar sind. In Klagenfurt wird das voraussichtlich ab 2026 der Fall sein.

Auch Linz und Graz in Gefahr?

Die Einstellung der Inlandsflüge trifft auch Graz. 2019 lag man bei den Passagierzahlen zwar knapp über einer Million, aber langfristig wird dem Flughafen die gute Bahnverbindung nach Wien schaden. Das gilt noch mehr für Linz. Von einer Million Passagieren kann man dort nur träumen. Nur 436.000 Passagiere zählte man 2019. Und auch wenn das Frachtgeschäft am Standort nicht unwichtig ist, ist unklar, ob es für eine langfristige Perspektive reicht. Nachteilig wirkt sich auch die Nähe zu Wien und Salzburg aus.

Wien, Salzburg und Innsbruck – Drei Airports, um die man sich keine Sorgen machen muss

Wien-Schwechat ist mit über 31 Millionen Passagieren ein europäisches Schwergewicht. Der Flughafen wächst stark und eine weitere Piste wird heiß diskutiert.

Geradezu winzig wirkt dagegen der zweitgrößte Flughafen Österreichs: Salzburg. 2019 waren es 1,7 Millionen Passagiere. Das sind aber genug um den Flughafen mit guten Gewinnen zu führen und in die Zukunft zu investieren. So ist bspw. der Neubau des Terminal 1 geplant. Ein neuer Tower wurde bereits errichtet und auch die Piste hat man 2019 komplett erneuert. Salzburg hat trotz der Nähe zu München eine gute Nische gefunden und zieht regelmäßig neue Airlines an Land. Besonders stark profitiert man vom Wintertourismus.

Letzteres gilt auch für Innsbruck. Mit 1,1 Millionen Passagieren kann man zufrieden sein. Da durch die Alpen in den nächsten Jahrzehnten auch keine schnelle Bahnanbindung realistisch ist, wird der Innsbrucker Flughafen auch noch lange für Inlandsflüge nach Wien eine Bedeutung haben.

Wie viele Flughäfen nach 2023 wirklich langfristig überleben können, wird sich zeigen. Dass es aber mindestens einer nicht schafft, ist aus heutiger Sicht wahrscheinlich. Es sei denn, die Politik findet doch noch ein Schlupfloch. In Österreich sollte man niemals nie sagen.

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