Bahn-Chaos zwischen Oö. und Salzburg

Seit 10. Dezember gilt in ganz Europa ein neuer Fahrplan. So auch in Österreich. Doch für Bürger des Bezirks Braunau, genauer gesagt dem Mattigtal, ist das kein Grund zur Freude. Widerwillig mussten sie Abstriche für einen angeblich besseren Fahrplan in Kauf nehmen. Doch der neue Fahrplan entpuppt sich als fatale Fehlplanung.

Die Mattigtalbahn führt von Braunau am Inn nach Steindorf bei Straßwalchen. Dort mündet sie in die Weststrecke Richtung Salzburg ein. Seit Jahren finden auf der Strecke laufend Angebotsverbesserungen statt. Vorbei sind die Zeiten in denen man in Steindorf immer umsteigen musste, wenn man nach Salzburg wollte. Auch die Anzahl der Verbindungen hat sich erhöht und neue Haltestellen wurden errichtet.

Doch auf die diesjährige Fahrplanänderung hätten viele Pendler und Reisende verzichten können. Aber alles der Reihe nach. Denn grundsätzlich gibt es auch in diesem Jahr wieder positives anzumerken. Ein zusätzlicher Zug zu Mittag und noch mehr umsteigefreie Verbindungen von und nach Salzburg lassen Pendlerherzen höher schlagen. Erst Recht wenn man nach Freilassing will. Denn fast alle Züge werden bis in die bayrische Kleinstadt bei Salzburg durchgebunden. Das größte Argument für den neuen Fahrplan war aber der neue Umsteigeknoten Neumarkt-Köstendorf. Hier hätte man jede Stunde die Möglichkeit in einen Raijet nach Wien umzusteigen.

Verspätungen trotz Haltestellen-Reduktion

DB Fahrzeug
Solche Fahrzeuge wurden für den neuen Fahrplan von der DB angemietet

Die Betonung liegt auf „hätte“. In der Praxis funktioniert das nämlich nur selten. Durch das neue Fahrplangefüge kommt es regelmäßig zu Verspätungen, die ein Erreichen des Anschlusses zum Glücksspiel werden lassen. Dabei mussten für diese Möglichkeit viele Opfer gebracht werden. Teilweise hält der Zug zwischen Salzburg und Braunau an 5 Haltestellen weniger als noch vor der Fahrplanumstellung. Eine Haltestelle wurde sogar komplett geschlossen, zwei andere werden nur noch stark eingeschränkt bedient. Nur so kann laut den ÖBB der Fahrplan gehalten werden.

Wie wir mittlerweile wissen, klappt es trotz alledem nicht. Hinzu kommt, dass die ÖBB bei der Deutschen Bahn Züge angemietet haben, welche laut Eisenbahn-Kennern Verspätungen nur schwer wieder aufholen können, da sie zu schwach motorisiert sind. Vor dem Fahrplanwechsel fuhr man noch mit eigenem Rollmaterial, wo diese Problematik nicht bestand.

Die leidtragenden sind die vielen Pendler die jeden Tag Richtung Salzburg und Richtung Braunau reisen. Und auch für Pendler aus der Region Vöcklabruck/Linz, welche in Richtung Braunau wollen, haben sich große Nachteile in Form von längeren Umsteigezeiten ergeben. Und alles nur, weil ein Fernverkehrsanschluss geschaffen werden sollte, nach dem niemand verlangt hat.

Eine Lösung muss her

Den Fahrplan wieder umzustellen wird wohl nicht so einfach möglich sein. Denn auf der Weststrecke wurde noch eine zusätzliche S-Bahn-Verbindung eingerichtet, auf die man dann wieder verzichten müsste. Da die Politik in Salzburg schon lange auf diese Verbindung besteht, wird man hier vermutlich auf Granit beißen. Fahrpläne sind, wie man hier sieht, hochkomplexe Gebilde, die sich gegenseitig beeinflussen.

Trotzdem sollten sich die Verantwortlichen schnell etwas überlegen, wie die Verspätungen in den Griff zu bekommen sind. Ansonsten bleibt von der starken Fahrgastzahlensteigerung der letzten Jahre auf der Mattigtalbahn nur wenig übrig.

Gehörst auch du zu den Betroffnen? Wenn ja, würden wir uns über einen Kommentar sehr freuen, um noch mehr Informationen zu der Problematik sammeln zu können.

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